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Beratungsbeispiel

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Herr K und die Butter am Brot

Ziel der Ernährungsberatung: Gewichtsreduktion, ausgewogenerer Ernährungsstil

Vorgespräch:

Herr K., ein 67-jähriger Mann, kontaktiert mich auf Drängen seiner Familie hin mit dem Wunsch nach einer Ernährungsberatung um Gewicht zu reduzieren und sich allgemein bewusster zu ernähren.

Herr K. gibt an, dass sein Gewicht schon seit Jahren kontinuierlich steige – gerade in den letzten Jahren, seit er in Pension ist, habe er stark zugenommen. Herr K. ist am Anfang sehr skeptisch bezüglich einer Ernährungsumstellung, weil  er Angst habe „sein Leben nicht mehr genießen zu können“: er esse nun einmal gerne Schnitzel (manchmal auch mit einem Bier dazu) und viele „gesunde Sachen“ wie Vollkornspaghetti könne er nicht leiden. Schon vorab erkläre ich Herrn K., dass Alkohol beim gesunden Erwachsenen nicht vollkommen tabu ist, wenn auch innerhalb bestimmter Grenzen; und Vollkornspaghetti sind zwar eine gute Quelle für Ballaststoffe, B-Vitamine, allerdings gäbe es immer Alternativen um eine ausreichende Ballastzufuhr zu gewährleisten.

Obwohl Herr K. mit einem BMI von rund 28 kg/mnoch nicht adipös ist, ist sein Gewicht als „übergewichtig“ einzustufen und eine Gewichtsreduktion (oder zumindest Gewichtsstabilisierung) anzustreben um das Risiko für Folgeerkrankungen (Gefäßerkrankungen, Diabetes, Gicht etc.) zu reduzieren.  Aufgrund seines Taillenumfangs ist Herr K. bezüglich seiner Fettverteilung eher als „Apfeltyp“ einzuordnen, was u.a. das kardiovaskuläre Risiko erhöht. 

In einem ausführlichen Gespräch werden Herrn K. die Grundrisse einer ausgewogenen Ernährung und die Möglichkeiten zu einer Gewichtsreduktion näher gebracht,  wobei Herr K. auch eigene Fragen (z.B. „Welches Öl ist denn nun gesund ?!“ ) einbringt.

Im Anschluss wird Herr K. in die Führung eines Ernährungsprotokolls eingewiesen:  Herr K. soll über den Zeitraum von 7 Tagen alles, was er gegessen und getrunken hat, notieren. Auch sportliche Aktivitäten sollen notiert werden. 

Ernährungsanalyse:

Nach einer Woche lässt mir Herr K. sein ausgefülltes Ernährungsprotokoll zukommen, welches von mir in Bezug auf Energiegehalt, Flüssigkeitszufuhr, Protein, Eiweiß, Fett,  Vitamine und Mineralstoffe mittels eines speziellen Computerprogramms analysiert wird.

Die Ernährungsanalyse ergibt neben einem Zuviel an Energie auch eine ungünstige Fettverteilung (zu viel gesättigte Fettsäuren, zu wenige einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren), einen viel zu hohen Kochsalzkonsum, eine zu geringe Ballaststoffdichte und einen Mangel an diversen Vitaminen und Mineralstoffen.

Nachgespräch:

Gemeinsam mit Herrn K. werden die Ergebnisse des Ernährungsprotokolls durchbesprochen; um die Fettzufuhr, v.a. die Zufuhr gesättigter Fettsäuren zu reduzieren und damit einhergehend auch die Kalorienzufuhr zu drosseln, wird mit Herrn K. vereinbart, fetthaltige Fleisch und Wurstsorten (Salami, Schnitzel) durch ihre mageren Alternativen wie gebratene Hühnerbrust, oder Schinken ohne Fettrand zu ersetzen; Speck steht nur mehr einmal in der Woche (beim Sonntagsbrunch mit der Familie) am Speiseplan,  auf Schlagobers im Kaffee und beim Kochen möchte Herr K. von nun ab verzichten – dafür „lasse er sich die Butter nicht völlig vom Brot nehmen“……(es wird vereinbart, zumindest bei fettigen Wurstaufstrichen und fettreichen Weichkäsesorten die Butter wegzulassen)… 

Auf den viel zu hohen Salzkonsum angesprochen, gibt Herr K. an, von jetzt an vermehrt Kräutersalz statt normalem Salz zu verwenden und sich das Nachsalzen am Tisch zu verkneifen.

Um die Ballaststoffdichte in seiner Ernährung zu erhöhen, wird empfohlen vermehrt Vollkornprodukte sowie Obst  und Gemüse in seinem täglichen Speisplan einzuführen; Vollkornspaghetti seien ja „nicht so seins“, dafür werde er aber ab sofort  Vollkornbrot statt Weißbrot frühstücken; mit Obst als Zwischenmahlzeit und Salat als Beilage zur Hauptmahlzeit habe er kein Problem.   

Herr K. zeigt sich im Gespräch ob der Vielzahl an Maßnahmen etwas überfordert, gibt an „dass er das zwar probieren wolle, aber wahrscheinlich alles nicht ewig durchhalten werde können“. Ich versuche Herrn K. zu vermitteln, dass er sich ja auch sein erhöhtes Körpergewicht  über Jahrzehnte „erarbeitet“ habe und daher nicht von heute auf morgen sein ganzes Leben vollkommen in Richtung bewusstere Ernährung  umstellen könne. Gemeinsam mit ihm werden kleine, leicht durchführbare Zwischenziele vereinbart (z.B. Milch statt Schlagobers, Vollkornbrot statt Weißbrot).

Weiterführende Gespräche:

Herr K. kommt in den folgenden Wochen regelmäßig zu mir. Manche der gesetzten Ziele (z.B. Schlagobers statt Milch) werden schneller und leichter erreicht, andere wiederum fallen schwerer (z.B. die Reduktion der täglich konsumierten Salzmenge) und bedürfen mehrere Anläufe. Herr K. erkennt jedoch im  Laufe der Zeit, dass  „Rückschläge“ fast schon dazugehören und diese einerseits gelassen hinzunehmen sind aber andererseits nie das Ziel aus den Augen verloren werden darf. Daneben nimmt er auch zunehmend eine wertschätzendere Haltung sich und seinen Erfolgen gegenüber ein.

Frau M. und der „gesunde“ Apfel?!

Ziel der Ernährungsberatung: Ernährungsanalyse, Information über eine ausgewogene Ernährung.

Vorgespräch:

Frau M., eine 43-jährige Büroangestellte mit Normalgewicht, kontaktiert mich per Email mit der Bitte um einen Termin für ein Beratungsgespräch; Frau M. gibt an, Sie habe sich schon immer sehr für einen gesunden Lebensstil interessiert. Sie ernähre sich - soweit sie das beurteilen könne - sehr gesund, mache Sport, rauche nicht und trinke nur gelegentlich Alkohol. In letzter Zeit sei sie allerdings immer unsicherer geworden, ob sie auch wirklich „das richtige“ esse; ständig höre Sie in den Medien, dass vermeintlich gesunde Lebensmittel wie z.B. Müsli in Wahrheit doch nicht gesund wären und dass viele Nahrungsmittel, die sie gern konsumiere voll von gesundheitsschädlichen Zusatzstoffen wären. Sie wisse nun überhaupt nicht mehr, was sie denn noch essen dürfe und ist mittlerweile sehr verunsichert, welche die „richtige“ Ernährung für Sie ist.

In einem ausführlichen Gespräch werden Frau M. die Grundzüge einer ausgewogenen Ernährung nach den 10 Regeln der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) näher gebracht. Dabei bringt Frau M. viele zahlreiche Fragen wie „Ist denn nun der Apfel gesund oder nicht? Er enthält doch Fruchtzucker!?“ oder „Soll ich laktosefreie Milch, Sojamilch oder besser Mandelmilch trinken?“ ein.

Ich bitte Frau M. sich in der folgenden Woche wie üblich zu ernähren und alle Nahrungsmittel und Getränke, die sie konsumiert zu notieren. Anhand dieses „Ernährungsprotokolls“ werden wir uns gemeinsam anschauen, wie sich Frau M. ernährt - ob Sie gut mit allen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt ist und welche der gegessen Lebensmittel als „eher günstig“ und welche als „eher ungünstig“ für Ihre Gesundheit einzustufen sind. 

Ernährungsanalyse:

Nach einer Woche lässt mir Frau M. ihr ausgefülltes Ernährungsprotokoll zukommen, welches von mir in Bezug auf Energiegehalt, Flüssigkeitszufuhr, Protein, Eiweiß, Fett,  Vitamine und Mineralstoffe mittels eines speziellen Computerprogramms analysiert wird.

Frau M. ist mit fast allen Nährstoffen ausreichend versorgt; nur die Versorgung mit Vitamin D und die Zusammensetzung der einzelnen Fettsäuren (zu viele gesättigte, zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren) sind nicht optimal. 

Nachgespräch:

Gemeinsam werden die Ergebnisse der Ernährungsanalyse besprochen; dabei wird Frau M. geraten, vermehrt fette Fische wie z.B. Lachs, Makrele oder Hering in ihrem Speiseplan einzubauen um die Vitamin D-Versorgung zu verbessern; auch sollte sich Frau M. vermehrt im Freiem aufhalten, da der Körper unter Sonneneinstrahlung in der Haut selbst Vitamin D bilden kann. Bezüglich des eher ungünstigen Fettsäuremusters wird Frau M. geraten, beim Kochen vermehrt auf hochwertige pflanzliche Öle (Rapsöl, Leinöl etc.) zu setzen und neben fetten Fisch auch öfters mal Nüsse in ihre Ernährung einzubauen.

Ansonsten scheint Frau M. auf einem gutem Weg - ihre anfängliche Verunsicherung bezüglich ihres Ernährungsstils ist zwar prinzipiell verständlich aber unnötig; Frau M. wird geraten, sich - unter Berücksichtigung meiner Empfehlungen -  zu ernähren wie bisher und sich durch die Horrormeldungen im Netz oder durch die Panikmache selbsternannter Experten, die oft nur Ihre Produkte verkaufen wollen, nicht verunsichern lassen.

Mag. Elisabeth Terzieff mit Apfel

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